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Die Wahl zur Schüler_innen-Vertretung, das Ehrenamt im Sportverein, das Nachdenken darüber, wie wir zusammen leben möchten und das Demonstrieren auf der Straße: Politik machen wir alle, indem wir handeln, miteinander reden, Entscheidungen treffen und unser Zusammenleben gestalten. Politik ist aber auch das Handeln von Regierungen und Wirtschaft. Das betrifft, neben vielen anderen Themen, auch Fragen rund um Geschlecht und Geschlechtergerechtigkeit.

(Geschlechter)Gerechtigkeit – was heißt das?

Gleiche Rechte und Möglichkeiten für alle Geschlechter sind noch immer nicht erreicht. Menschen werden aufgrund ihres Geschlechts und anderer Zugehörigkeiten (z.B. Hautfarbe oder Herkunft, Religion, Behinderung oder Alter) benachteiligt. Die Strukturen, die dazu führen, verändern sich nicht von allein, und auch Einzelpersonen können sie nicht einfach überwinden. Jeder ist seines Glückes Schmied? Stimmt nicht, wenn einige schon von Geburt an lernen mit dem Hammer umzugehen und anderen immer wieder gesagt wird, sie hätten in der Schmiede nichts verloren.

Seit Jahrhunderten kämpfen Menschen für eine gerechtere Gesellschaft. Auf der Straße, zu Hause und in Fabriken setzten und setzen sich Leute gegen Ungerechtigkeit ein. Es geht um die Verteilung von Ressourcen (z.B. Geld, Lebensmittel, Zugang zu Bildung), gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Ein wichtiger Teil dieser sozialen Bewegungen waren und sind Personen, die selbst diskriminiert und unterdrückt werden: Frauen, trans* und inter* Personen, Migrant_innen, Arbeiter_innen. Feministische Bewegungen setzen sich gegen Ungerechtigkeit aufgrund von Geschlecht ein. Sie haben viele der Rechte und Freiheiten erkämpft, die für uns heute selbstverständlich sind.

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Genderismus?

Wo es um eine Auseinandersetzung mit Geschlecht und Forderung von Gerechtigkeit geht, ist in letzter Zeit schnell von „Genderismus“ oder „Genderwahn“ die Rede. Politik und Forschung zu Gender werden als lächerlich oder ideologisch bezeichnet. Ist das gerechtfertigt?

Eine Ideologie ist ein geschlossenes Weltbild, das so tut, als habe es für jede Frage die richtige Lösung. Menschen, die sich ernsthaft mit Gender beschäftigen, stellen aber eher Fragen und versuchen, Geschlecht zu verstehen. Auch staatliche Politik beschäftigt sich damit, weil sie Einfluss auf die Rechte und Möglichkeiten von Menschen hat und deshalb auch Verantwortung für die Gleichstellung aller Geschlechter trägt. Mit Ideologie hat das nichts zu tun.

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Worum geht es also?

In einer Gesellschaft mit unterschiedlichen Lebensweisen gibt es immer auch Konflikte und Debatten. Das ist auch in Ordnung! Diskutieren und verhandeln gehört dazu. Es geht aber weiterhin auch um gemeinsame Kämpfe für gegenseitigen Respekt, eine faire Verteilung von Ressourcen und gleiche Rechte. Vieles davon leben wir bereits tagtäglich in Familien und Freundeskreisen, in denen wir die anderen akzeptieren wie sie sind und unterstützend miteinander umgehen. Gesellschaftlich muss sich da noch einiges tun – für eine gerechtere und nachhaltigere Wirtschaft, für gerechte Verteilung von Sorgearbeit (das Kümmern und Verantwortung übernehmen für andere Menschen), für die Selbstbestimmung über den eigenen Körper und vieles mehr.

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