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4 wichtige Punkte zum Thema Kinderrechte:

1. Was sind Kinderrechte und wer legt sie fest?

Seit 1989 gibt es die UN-Kinderrechtskonvention – der wichtigste internationale Vertrag, der die Rechte von Kindern festschreibt und den auch Deutschland unterschrieben hat. Kinder sind darin alle Menschen unter 18 – die Kinderrechte gelten also auch für Jugendliche.

In der Kinderrechtskonvention steht zum Beispiel:

  • Alle Kinder auf der Welt haben die gleichen Rechte und dürfen nicht wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft, ihres Geschlechts, ihrer Religion, der finanziellen Situation der Eltern oder einer Behinderung diskriminiert werden.
  • Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre. Das heißt zum Beispiel, dass Eltern Handys und Tagebücher ihrer Kinder nicht ohne deren Einverständnis anschauen sollen.
  • Kinder haben ein Recht auf Gewaltfreiheit. Auch innerhalb der Familie!
  • Kinder haben ein Recht auf Zugang zu Informationen und Wissen aus verschiedenen, nationalen und internationalen Quellen.
  • Kinder haben ein Recht auf eine eigene Meinung und auf Beteiligung. Das heißt, dass sie angehört werden sollen, wenn Entscheidungen getroffen werden, bei denen es um sie geht.
  • Wenn Kinder als Flüchtlinge in ein Land kommen, haben sie ein Recht auf Schutz und Hilfe – egal ob ihre Eltern bei ihnen sind, oder nicht.
  • Kinder haben ein Recht auf Freizeit, um zu spielen und sich zu erholen.

Mehr als 20 Jahre nachdem Deutschland die UN-Kinderrechtskonvention unterschrieben hat, sollen die Kinderrechte jetzt auch im Grundgesetz verankert werden.

2. Kinderrechte in Deutschland

Deutschland hat die UN-Kinderrechtskonvention unterschrieben und zwar schon vor mehr als 25 Jahren. Das heißt aber noch nicht, dass alles, was darin steht, auch umgesetzt wurde. In Deutschland werden besonders zwei wichtige Grundlagen der Konvention noch nicht genug beachtet: das sogenannte Kindeswohlprinzip und das Recht auf Beteiligung – zwei komplizierte Begriffe für ziemlich wichtige Rechte:

  • Das Kindeswohlprinzip heißt, dass bei allen Entscheidungen, bei denen es um Kinder geht, auch deren Interessen an erster Stelle stehen müssen. Kinder dürfen viele Entscheidungen, in denen es um sie geht, nicht selbst treffen – das Kindeswohlprinzip soll deshalb dafür sorgen, dass Interessen und Bedürfnisse von Kindern trotzdem im Mittelpunkt stehen.
  • Was die Interessen und Bedürfnisse von Kindern sind, kann aber niemand wissen, ohne mit ihnen gesprochen zu haben. Darum geht es beim Recht auf Beteiligung: Die Meinung von Kindern soll bei Themen und Entscheidungen, die sie betreffen, gehört und berücksichtigt werden.

Damit Kinderrechte in Deutschland noch besser umgesetzt werden, fordern viele Organisationen, dass sie ins Grundgesetz aufgenommen werden. Das Grundgesetz spricht bisher nur über Kinder. Es sagt zum Beispiel, dass die Eltern das Recht und die Pflicht haben, ihre Kinder zu erziehen und für sie zu sorgen. Kinderrechte sind aber nicht über, sondern für Kinder: Die Kinder und Jugendlichen stehen dabei im Mittelpunkt. Das ist wichtig – Kinderrechte und Elternrechte sind nicht das gleiche.

3. Kinderrechte vs. Menschenrechte: Wo ist der Unterschied?

Aber warum überhaupt Kinderrechte? Schließlich gibt es doch die Menschenrechte, die für alle Menschen gelten – und damit auch für Kinder! Die Kinderrechte sollen allerdings den besonderen Bedürfnissen von Kindern gerecht werden, also zum Beispiel dafür sorgen, dass sie lernen und zur Schule gehen können.

Manche Kinderrechte sind nicht immer einfach einzuhalten, vor allem dann, wenn sie mit den Rechten Erwachsener in Konflikt geraten. Eltern dürfen zum Beispiel viel für und über ihre Kinder entscheiden. Das kann wichtig sein und dazu beitragen, Kinder zu schützen. Gleichzeitig kann es Kindern die Möglichkeit wegnehmen, für sich selbst zu entscheiden.

4. Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt: Was sagen die Kinderrechte darüber?

Die Kinderrechtskonvention sagt: Kinder und Jugendliche haben das Recht diskriminierungsfrei zu leben. Diskriminierungsfreiheit bedeutet auch, die eigene sexuelle Orientierung oder das eigene Geschlecht ausleben zu dürfen. Hier können die Rechte der Eltern mit den Kinderrechten in Konflikt geraten. Zum Beispiel, wenn Kinder streng religiös erzogen werden und deshalb ihre sexuelle Orientierung nicht selbstbestimmt leben dürfen.

Wir finden, Kinder und Jugendliche sollten:

  • Zugang zu Wissen über unterschiedliche Lebensweisen bekommen (zu Geschlecht, Sexualität usw.), ohne dass manche davon als „normal“ oder besser dargestellt werden;
  • ernstgenommen werden, z.B. wenn sie Wünsche haben oder von Erfahrungen erzählen;
  • Unterstützung auf ihrem Weg erhalten, auch in Momenten, in denen man selbst einen anderen gehen würde;
  • und Schutz vor Gewalt (verbaler, körperlicher, sexueller) erhalten, egal, welches Geschlecht und welche sexuelle Orientierung sie haben.

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