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3 wichtige Punkte zum Thema Familienformen:

  1. Familienformen: worum geht’s?

Es gibt ganz unterschiedliche Familien, mit vielen Kindern, mit vielen Eltern, oder genau das Gegenteil. Leute, die wir uns als unsere Familie aussuchen und solche, die wir halt haben. Das Modell Vater-Mutter-Kind ist dabei jedenfalls nur eins aus vielen. Hier ein Überblick über die wichtigsten Familienformen:

  1. Was sind die wichtigsten Familienformen?

  • Einelternfamilien sind Familien, in denen Kinder mit nur einem Elternteil in einem Haushalt wohnen. Die Eltern in Einelternfamilien sind meist alleinerziehende Frauen.
  • In Patchworkfamilien leben Kinder, die nicht die gleichen Eltern haben. Der alte Begriff für Patchworkfamilie ist „Stieffamilie“. Auch Pflegefamilien werden als Patchworkfamilien bezeichnet. Pflegefamilien sind Familien, in denen Kinder für einen begrenzten Zeitraum oder dauerhaft leben, weil sie nicht in ihrer Herkunftsfamilie bleiben können. Manche Kinder leben in Heimen oder betreuten Wohngemeinschaften. Auch das kann Familie sein.
  • In Regenbogenfamilien leben nicht heterosexuelle Eltern mit Kindern. Ein Kind in einer Regenbogenfamilie kann zum Beispiel mehrere Väter haben, die ein Pflegekind aufnehmen oder ein Kind adoptieren. Es kann auch zwei (oder mehr) Mütter haben, die Kinder bekommen oder adoptiert haben.
  • Bei sozialer Elternschaft bekommen Menschen selbst keine Kinder, übernehmen aber Verantwortung für andere Kinder und spielen in deren Alltagsleben eine wichtige Rolle.
  • Manche Menschen bekommen mit einer Person ein Kind, mit der sie keine Liebesbeziehung haben. Diese Familienform nennt man auch Co-Elternschaft. Manchmal kommt auch ein Mensch aus einer Liebesbeziehung als Elternteil hinzu, so dass es nicht nur zwei, sondern drei Co-Elternteile gibt.
  • Die Herkunftsfamilie ist die Familie, in die wir hinein geboren werden. Viele Menschen erleben Gewalt und Abwertung in ihrer Herkunftsfamilie erfahren, deshalb ist für sie eine Wahlfamilie Die Wahlfamilie kann die Wohngemeinschaft, eine Partner_innenschaft, Freund_innen oder eine andere Familie sein.
  • Eine Kleinfamilie besteht aus zwei Generationen, aus Eltern und einem oder mehreren Kindern.

Für uns ist klar: All diese Familien sind gut und richtig und müssen unterstützt werden!

  1. Wer macht was? – Geschlechterrollen in Familien

Trotz all der Vielfalt sind in vielen Familien die Rollen noch immer klar aufgeteilt: Für Sorgearbeit, das heißt die Fürsorge für Kinder, alte und kranke Menschen, sind Frauen zuständig. In reicheren Haushalten wird sie an (oft schlecht bezahlte) Pfleger_innen, Putzkräfte und Babysitter_innen ausgelagert – meist andere Frauen und Migrant_innen. Männer sollen das Geld für die ganze Familie verdienen. Dass sie dadurch wenig Zeit für Kinder und Beziehungen haben, müssen sie in Kauf nehmen.

Die traditionellen Geschlechterrollen haben auch materielle Folgen: Es sind meistens Frauen, die nur Teilzeit arbeiten und den Großteil der Sorgearbeit machen. Frauen haben dadurch zum Beispiel ein höheres Armutsrisiko.

Gleichzeitig ist es heute selbstverständlich, dass Frauen arbeiten gehen und Kinder und Karriere haben wollen. Viele Männer wollen ernsthafte und tiefe Beziehungen mit ihren Kindern aufbauen und die Zeit dafür haben.

Die Ansprüche und Wünsche haben sich also geändert. Das ist gut so, kann aber auch überfordern: Am besten sollen Frauen, Männer und alle anderen alles schaffen: Karriere, Kinder, schön und fit sein und die richtige „Work-Life-Balance“ hinkriegen. Hier den eigenen Weg zu gehen und eigene Prioritäten setzen ist eine schwierige Aufgabe. Und trotzdem besser, als keine Wahl zu haben!

Mehr dazu:

  • Im Projekt Regenbogenfamilien des Lesben- und Schwulenverbands Deutschland (LSVD) finden diese Beratung und Unterstützung.
  • Video – Meine Regenbogenfamilie:

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