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3 wichtige Punkte zum Thema Beziehungsformen:

  1. Die große Liebe?

In Artikeln, Zeitschriften und Büchern findet man immer wieder mal Aussagen wie diese: In unserer digitalisierten, schnelllebigen Welt zählen Liebe und Gemeinschaft nicht mehr viel. Schneller Sex und geschiedene Ehen, alte Menschen in Heimen und kinderlose Paare – all das prägt unsere Zeit. Wo bleiben da verbindliche Beziehungen?

Gleichzeitig wird uns die große Liebe und der_die Partner_in fürs Leben in Filmen, Büchern und Serien noch immer als das Rezept zum Glücklichsein präsentiert. Als müsse man den passenden Deckel zum Topf nur finden, damit sich Eifersucht und Liebeskummer, Einsamkeit und Langeweile in Luft auslösen. Dabei geht es natürlich nicht um irgendeinen Topf: Es geht um eine romantische Beziehung für die Ewigkeit, am besten mit Kindern und heterosexuell.

Tatsächlich wünschen sich auch heute viele Menschen eine feste und langfristige Liebesbeziehung. Und warum auch nicht? Liebe ist tatsächlich ein großartiges Gefühl, egal wie kitschig sie in Filmen oft daherkommt. Alle Menschen haben Liebe verdient – und zwar möglichst viel davon!

  1. Mono, offen, poly: unterschiedliche Beziehungsformen

Aber was heißt das für eine gute Liebesbeziehung? Darauf finden Menschen sehr unterschiedliche Antworten. Die meisten Leute in Deutschland leben in monogamen Beziehungen. Das heißt sie haben mit einer Person eine Liebesbeziehung und auch nur mit dieser einen Person Sex.

Über offene und polyamore Beziehungsformen wird weniger gesprochen – sie gibt es aber auch. In offenen Beziehungen haben Leute meistens mit nur einer Person eine Liebesbeziehung, können aber mit anderen Personen flirten, knutschen oder Sex haben. Manche Paare in offenen Beziehungen erzählen einander, wenn sie was mit jemand anderem hatten, andere nicht. Wichtig ist, dass mit allem, was passiert beide einverstanden sein sollten. Offene Beziehungen sind für viele ein Weg, in einer festen, langfristigen Beziehung zu sein und trotzdem hin und wieder mit jemand anderem zu flirten, oder mehr.

Noch ein anderes Beziehungsmodell ist Polyamorie. Polyamore Menschen können mit mehreren Leuten gleichzeitig Liebesbeziehungen führen. Dazu gehört, dass alle Beteiligten voneinander wissen und damit einverstanden sind. Polyamorie heißt nicht, dass alle dauernd Sex haben. Polyamorie heißt auch nicht, dass alle einfach machen, was sie wollen mit wem sie wollen, egal wie es anderen damit geht. Wichtig ist im Gegenteil, dass Leute viel und ehrlich miteinander reden. Dass sie Beziehungen als verbindlich verstehen, auch mal unsicher oder eifersüchtig sein können und trotzdem füreinander da sind. Das sollte übrigens in allen Beziehungen gelten!

  1. Wie finde ich die richtige Beziehung für mich?

Mono, poly oder offen – nichts davon muss: Es gibt kein besser oder schlechter – was zu euch passt, könnt ihr nur selbst herausfinden. Und nochmal, weil’s so wichtig ist: Bei all diesen Beziehungsformen geht es darum, dass ihr möglichst schöne und ehrliche Beziehungen haben könnt! Es geht nicht darum, dass eine Person macht, was sie will, ohne auf die Gefühle anderer zu achten.

Das Thema Liebe und Liebesbeziehung kann auch mit ganz schön viel Druck und Selbstzweifel verbunden sein. Da hilft es, sich immer mal wieder bewusst zu machen, dass es Liebe nicht nur in romantischen Beziehungen gibt. Es gibt sie auch als Liebe zu Freund_innen, zu Eltern, Kindern und anderen Familienmitgliedern, zu sich selbst und generell zu allen Menschen, die uns nahe sind. Liebe ist ein großes und eben auch unglaublich vielfältiges Gefühl!

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