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Viel Aufregung um einen Begriff: Von Genderwahn, Gender-Ideologie, Genderismus ist die Rede. Und in Verbindung damit gibt es oft jede Menge Befürchtungen.

So, wie der Begriff Gender zurzeit verwendet wird, vermischt sich so einiges:

Zum Beispiel Gender Mainstreaming (der Versuch die unterschiedliche Lebenssituation von Frauen und Männern mitzudenken und Ungleichbehandlungen zu vermeiden), Gender Studies (die Wissenschaft, die untersucht, wie Geschlecht mit Gesellschaft zusammenhängt) und Sexualpädagogik (die pädagogische Arbeit zu Sexualität mit jungen Menschen).

Also von vorne:
„Gender“ ist ein englisches Wort für Geschlecht.

Genauer: für das soziale, das gelebte und gefühlte Geschlecht, im Unterschied zu „sex“, den körperlichen Geschlechtsmerkmalen. Erstmal nichts weiter. Der Begriff wird auch im Deutschen genutzt, um zu untersuchen, was Geschlecht eigentlich ist, wie es entsteht und wie es sich auf unser Zusammenleben und jede einzelne Person auswirkt.

Tatsächlich hat sich da über die Jahrzehnte hinweg viel verändert: Frauen haben sich zahlreiche Möglichkeiten und Rechte erkämpft. Aber auch die Möglichkeiten und Anforderungen an Männer haben sich geändert.

Was ist dann ein „richtiger“ Mann und was eine „richtige“ Frau?

„Männer sind _______, Frauen sind _______.“ Wenn wir diese Sätze vervollständigen, kommen häufig viele Klischees und Stereotypen raus. Das liegt daran, dass uns ständig erzählt wird, wie Männer und Frauen angeblich sind. Viele denken, um als Mann oder Frau zu gelten, müssten sie solchen Klischees und Erwartungen entsprechen. Aber guckt euch reale Menschen mal genauer an: Geht dein Vater gerne ins Theater? Spielt deine Schwester Karate, oder dein Freund Trompete? Und sagt das was über ihr Geschlecht aus? Menschen sind eben immer viel mehr als diese Klischees – und viele sind auch ganz anders.

Im Vergleich zu vor 50 Jahren haben sich die Erwartungen (oder Anforderungen) heute außerdem geändert: z.B. sollen Frauen auch Karriere und Kinder unter einen Hut bekommen, sich aber weiter um ihr Aussehen kümmern. Männer sollen auch einfühlsam sein, sich am Haushalt beteiligen und Elternzeit nehmen.

Sich verändernde und weniger starre Geschlechterrollen können deshalb befreiend wirken – aber auch überfordern. Alles sein und machen zu können, unabhängig vom Geschlecht, sollte eben nicht heißen, auch alles sein und machen zu müssen.

Mehr zu Geschlechterrollen

 

 

 

 

Mehr als Männer und Frauen?

Wir alle lernen es gebe nur zwei Geschlechter, Frauen und Männer, das Geschlecht könne man am Körper sehen, es sei angeboren und verändere sich nicht. Eine Person nicht sofort als Mann oder Frau einordnen zu können, verunsichert deshalb viele erstmal. Es gibt und gab aber schon immer mehr als zwei Geschlechter.

In verschiedenen Gesellschaften in anderen Teilen der Welt gibt es drei, fünf oder mehr anerkannte Geschlechter. Menschen müssen also nicht entweder männlich oder weiblich sein. Sie können auch männlich und weiblich zugleich sein, oder mal mehr das eine, mal mehr das andere. Statt männlich und weiblich als entweder/oder zu denken, kann man sich Geschlecht als Spektrum vorstellen – oder, noch schöner, als Sonnensystem!

Mehr zu Geschlechtsidentität

 

 

Alle irgendwie #mitgemeint?

Es gab also immer schon mehr als zwei Geschlechter. Das ist auch die Idee hinter den viel diskutierten Schreibweisen mit Unterstrich (wie in Schüler_innen) und Sternchen (wie in Schüler*innen): Viele Frauen und nicht-binäre Personen fühlen sich durch die männliche Schreibweise eben nicht mitgemeint. Also warum nicht eine Sprache entwickeln, in der sich alle wiederfinden können?

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