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3 wichtige Punkte zum Thema Selbstbestimmung:

„Selbstbestimmung“ ist ein schweres und sperriges Wort, das auf dieser Website ziemlich häufig vorkommt. Also was verbirgt sich dahinter?

  1. Was heißt Selbstbestimmung?

Selbstbestimmung bedeutet, über das eigene Leben uns das, was mit einem passiert, entscheiden zu können: Wie und mit wem möchte ich leben? Wie will ich aussehen und womit will ich mich beschäftigen? Diese und ähnliche Entscheidungen sollten alle für sich treffen können. Es geht dabei also um Freiheit und darum, dass wir selbst am besten wissen, was wir wollen und was gut für uns ist. Aber: Wir dürfen frei über uns selbst entscheiden, solange wir damit anderen Menschen nicht schaden.

Selbstbestimmung taucht auch im Grundgesetz auf: als Recht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit. Auch da mit derselben Einschränkung: Die Rechte anderer und die Gesetze müssen geachtet werden.

  1. Verschiedene Rechte können sich widersprechen

Was einfach klingt, ist in der Praxis nicht immer einfach. Ein paar Beispiele:

  • Eltern und Kinder: Eltern dürfen und müssen viele Entscheidungen für ihre Kinder treffen, solange die noch zu klein sind. Aber irgendwann sollten Kinder mitentscheiden können – sie wissen oft ziemlich früh, was ihnen gut tut und was sie wollen. Hier muss zwischen den Rechten der Eltern und der der Kinder abgewogen werden. (Mehr zum Thema: Kinderrechte)
  • Religion: Es gibt ein Recht auf freie Religionsausübung. Deswegen dürfen zum Beispiel Eltern entscheiden, dass ihre Söhne beschnitten werden. Das widerspricht jedoch dem Recht auf körperliche Selbstbestimmung.
  • Schwangerschaftsabbruch: Eine schwangere Person sollte selbst entscheiden dürfen, ob sie ein Kind zur Welt bringen möchte oder nicht. Gleichzeitig hat der Fötus, je älter er wird, auch Rechte. Deshalb ist in Deutschland ein Schwangerschaftsabbruch nur bis zur zwölften Woche möglich.

Es gibt also immer wieder Situationen, in denen die Rechte und Bedürfnisse verschiedener Menschen gegeneinander abgewogen werden müssen. Dabei ist ein Recht nicht wichtiger, nicht mehr oder weniger wert als ein anderes.

  1. Sexuelle und geschlechtliche Selbstbestimmung

Gleichzeitig wird vielen Menschen ihr Recht auf Selbstbestimmung weggenommen, ohne dass sie irgendjemandem schaden (oder es irgendeinen anderen vernünftigen Grund gäbe). Zum Beispiel:

  • Homosexualität ist in Deutschland erst seit 1994 nicht mehr strafbar. Das heißt, schwule Männer konnten bis in die 90er-Jahre wegen ihres Schwulseins verhaftet und verurteilt werden – obwohl ihre sexuelle Orientierung niemandem schadet.
  • Intergeschlechtliche Säuglinge und Kleinkinder werden oft operiert, um ihre Körper an gesellschaftliche Vorstellungen von männlich und weiblich anzupassen. Medizinische Gründe dafür gibt es nicht – intergeschlechtliche Babys sind nicht krank. Die OPs verletzen das Recht auf körperliche Selbstbestimmung. Sie sind Gewalt und müssen aufhören.
  • Trans* Personen müssen oft darum kämpfen, dass ihre Geschlechtsidentität anerkannt wird. Sie müssen beispielsweise lange, teure und häufig demütigende Verfahren durchmachen, damit ihr Geschlecht und ihr selbstgewählter Name in ihren Ausweis eingetragen werden. Auch das muss sich dringend ändern.
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