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4 wichtige Punkte zum Thema Geschlechterrollen:

  1. Was ist Geschlecht?

Wenn von Geschlecht oder Gender die Rede ist, werden häufig unterschiedliche Sachen in einen Topf geworfen. Zum Beispiel: Frausein heißt gut über Gefühle sprechen können, Kleider und Röcke tragen, Brüste und eine Vulva haben, sich selbst als Frau sehen. In dieser Aufzählung kommen eigentlich drei unterschiedliche Ebenen vor, die alle irgendwie mit Geschlecht zu tun haben:

  • Geschlechtsausdruck: „typisch weibliches“/„typisch männliches“ Verhalten, Interessen, Stylings, Gefühle, Talente usw. Das alles hat eigentlich nichts mit Geschlecht zu tun, wird in unserer Gesellschaft aber damit in Verbindung gebracht.
  • Körpergeschlecht: körperliche Merkmale, u.a. Genitalien, Größe der Brust, Chromosomen, und Hormone. Bestimmte Kombinationen werden von der Medizin als männlich, weiblich, oder intergeschlechtlich eingeordnet.
  • Geschlechtsidentität: das innere Wissen, welches Geschlecht wir haben. Die bekanntesten Geschlechtsidentitäten sind Mann und Frau. Es gibt aber noch viele andere, u.a. nicht-binär, genderfluid, genderqueer und agender.
  1. Geschlechterrollen: „typisch männlich“ und „typisch weiblich“?

Wichtig ist: Menschen werden nicht einfach mit bestimmten Eigenschaften und Verhaltensweisen geboren. Diese Verhaltensweisen entwickeln sich, unter anderem weil es in unserer Gesellschaft Geschlechterrollen gibt. An alle Menschen wird die Erwartung bzw. Anforderung gestellt, diese Rollen zu erfüllen. Wenn sie das nicht können oder wollen, müssen sie mit Ausgrenzung und Diskriminierung rechnen.

Alle Jungen und Männer müssen Männlichkeitsanforderungen gerecht werden. Alle Mädchen und Frauen müssen Weiblichkeitsanforderungen gerecht werden. Das heißt von allen wird erwartet, dass sie ganz bestimmte „geschlechtstypische“ Dinge mögen und gut können. Für viele Menschen passen diese Geschlechterrollen ganz gut. Es ist nichts verkehrt daran, wenn Mädchen Rosa mögen oder Jungs gerne Fußball spielen!

Sie passen aber nicht für alle: Wenn ein Junge gerne Röcke trägt, oder seine Freund_innen umarmen und mit ihnen über Gefühle sprechen möchte,  wird gesagt, er sei „unmännlich“ oder „schwul“. Wenn ein Mädchen laut ist und weiß, was es will, oder kein Interesse an Kindern hat, wird gesagt, sie sei „keine richtige Frau“. Menschen mögen und interessieren sich aber für unterschiedliche Dinge. Es gibt eben auch Männer, die oft weinen, oder sich gerne schminken. Und es gibt Frauen, die Pink schrecklich finden, oder Mechanikerinnen werden.

  1. Auch nicht-binäre Menschen haben mit Geschlechterrollen zu tun

Was bedeuten diese Geschlechterrollen für Menschen, die weder Frauen noch Männer sind? Auch nicht-binäre Menschen sind mit Anforderungen konfrontiert. Die können wechseln – je nachdem, wie die Personen wahrgenommen werden. Sie werden dann zum Beispiel als Männer oder Frauen angesprochen, obwohl sie das gar nicht sind. Oder sie erleben Gewalt und Ausgrenzung, gerade weil sie nicht als „eindeutig“ männlich oder weiblich wahrgenommen werden. Deshalb ist es immer wichtig zu fragen, bevor man einem Menschen, den man noch nicht kennt, einfach ein Geschlecht zuschreibt! Daran ist nichts komisch oder unnormal, auch wenn es vielleicht erstmal ungewohnt ist.

  1. Geschlechterrollen ändern sich

Geschlechterrollen sind auch nicht natürlich oder fest: Sie haben sich in der Geschichte immer wieder geändert und sind nicht überall auf der Welt gleich. Die Anforderungen an Männer und Frauen in Deutschland sind heute andere als noch vor 50 Jahren. Frauen sollen heute auch Karriere machen. Männer sollen auch einfühlsam sein und Aufgaben im Haushalt übernehmen. Einerseits haben alle dadurch mehr Möglichkeiten. Andererseits können diese Anforderungen auch ganz schön überfordernd sein. Freiheiten und Möglichkeiten sind gut, neue Zwänge sind es nicht!

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