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Wer macht Politik?

 Wir alle machen Politik.
Weil wir miteinander reden,
etwas tun und Entscheidungen treffen.
Und weil wir unser Zusammen-Leben gestalten.
Zum Beispiel:

  • als Schüler*innen-Vertretung
  • als Mitglied im Sportverein
  • auf Demonstrationen
  • beim Nachdenken wie wir miteinander leben wollen

Politik wird aber auch von Regierungen
und der Wirtschaft gemacht.
Ein wichtiges Thema für die Politik ist zum Beispiel
die Gleich-Stellung.
Das bedeutet die Gleich-Behandlung von Geschlechtern.
Wir sagen auch Geschlechter-Gerechtigkeit.

 

Was ist Gender?

 Gender ist ein englisches Wort.
Man spricht es so aus: Tschender.
Auf Deutsch bedeutet es Geschlecht.

Aber:

Den Begriff Gender verwenden wir für
das soziale Geschlecht.
Das soziale Geschlecht ist das Geschlecht …

  • …, dass ich anerzogen bekommen habe.
    Zum Beispiel:
    Ich wurde von meinen Eltern als Mädchen erzogen.
    Oder ich wurde von meinen Eltern als Junge erzogen.
  • …, dass mir zugeschrieben wird.
    Zum Beispiel: Ich mit einer Vulva auf die Welt gekommen.
    Und ich werde deshalb als Mädchen gesehen.
  • …, dass mir juristisch gegeben wird.
    Zum Beispiel
    muss ich im Reise-Pass ankreuzen,
    ob ich weiblich oder männlich bin.
    Ein anderes Geschlecht kann ich hier nicht ankreuzen.

 

Was ist Geschlechter-Gerechtigkeit?

Alle Geschlechter sollen gleich behandelt werden.
Sie sollen die gleichen Rechte
und Möglichkeiten haben.

Das nennen wir Geschlechter-Gerechtigkeit.

Viele Menschen werden wegen ihrem Geschlecht
aber anders behandelt.
Veränderung passiert nicht von allein.

Und Einzel-Personen können das auch nicht alleine ändern.
Zum Beispiel:
Ich komme als Mädchen
in einer Gesellschaft zur Welt,
in der Mädchen weniger wert sind als Jungen.
Ich darf in dieser Gesellschaft nicht zur Schule gehen.
Ich darf keinen Beruf haben.
Das kann ich als Einzel-Person nicht ändern.
Dazu brauche ich viele Menschen,
die das ändern wollen.

Feministische Bewegungen setzen sich für
Geschlechter-Gerechtigkeit ein.
Feminist*innen nennen sich Menschen,
die für die Gleich-Berechtigung von allen Geschlechtern eintreten.
Sie kämpfen zum Beispiel für die Selbst-Bestimmung von Frauen.
Und sind gegen Diskriminierung von Frauen.
Diskriminierung bedeutet zum Beispiel,
dass Frauen wegen ihrem Geschlecht anders behandelt werden
als Männer.
Feminist*innen haben viele Rechte und Freiheiten erkämpft.
Zum Beispiel das Wahlrecht für Frauen.
Vieles ist heute für uns normal davon.

Zum Beispiel,
dass ich als Frau arbeiten gehen darf,
ohne die Zustimmung des Ehe-Partners.
Feminismus will,
dass es allen besser geht.

 

Menschen kämpfen für ihre Rechte

Das haben Menschen schon immer getan.
Sie gehen zum Beispiel auf die
Straße und sagen was ihnen nicht passt

und was sie wollen.
Oder sie kämpfen in der Arbeit um bessere Arbeits-Bedingungen.
Oft geht es um gerechte Verteilung
von Geld, Lebensmitteln oder
um den Zugang zur Bildung.
Oder die Menschen kämpfen gegen

Unterdrückung und Ausbeutung.
Menschen,
die für ihre Rechte kämpfen sind oft
Menschen, die ungerecht behandelt werden.

Zum Beispiel:

  • Frauen
  • trans* Menschen
  • inter* Menschen
  • Migrant*innen
    So nennen wir Menschen,
    die von einem Land in ein anderes Land ziehen.
  • Menschen mit Behinderungen
  • Arbeiter*innen

 

Das ist doch lächerlich!

Es gibt viele Diskussionen über Geschlechter-Gerechtigkeit.
Manche sagen:
Das ist wichtig.
Das ist Teil der Menschen-Rechte.

Andere sagen:

Das ist doch lächerlich, das ist nicht wichtig.
Darüber müssen wir nicht reden,
da brauchen wir keine Forschung.
Die Politik soll sich mit wichtigeren Sachen beschäftigen.

Wir denken:
Geschlechter-Gerechtigkeit stellt wichtige Fragen.
Zum Beispiel:

  • Was ist Geschlecht überhaupt?
  • Gibt es nur Frauen und Männer?
  • Oder viel mehr?

Auch die Politik beschäftigt sich mit Geschlechter-Gerechtigkeit.
Weil die Politik die Möglichkeit hat etwas zu verändern.
Und die Politik hat Verantwortung für alle Menschen.
Wir denken:
Geschlechter-Gerechtigkeit ist keine Ideologie.
Das heißt,
wir haben nicht für jede Frage die richtige Lösung.
Sondern wir stellen wichtige Fragen
und wollen verstehen was um uns passiert.

 

Was wir uns wünschen:

Menschen sind alle verschieden.
Und Menschen leben verschieden.
Deshalb wird es auch immer
Konflikte und Auseinander-Setzungen geben.
Das ist in Ordnung!
Miteinander sprechen und verhandeln ist wichtig.
Solange wir uns mit Respekt behandeln.
Und alle Menschen die gleichen Rechte haben.

In manchen Familien und im Freund*innen-Kreis
wird das auch so gemacht.
Die Menschen nehmen sich so,
wie sie sind.
Sie helfen einander.
Aber in der Gesellschaft muss sich da noch einiges tun.
Zum Beispiel:

  • gleiche Rechte für alle Menschen
  • nachhaltige Wirtschaft.
    Das heißt,
    dass auch die Menschen,
    die nach uns geboren werden noch gut leben können.
  • gerechte Verteilung von Sorge-Arbeit.
    Das heißt:
    Das alle Menschen Unterstützung bekommen,
    die sie brauchen.
  • die Selbst-Bestimmung über den eigenen Körper.
    Das heißt:
    Alle Menschen dürfen selber bestimmen
    was mit ihrem Körper passiert.
    Und wie sie mit ihrem Körper umgehen.

Wörterbuch

 

trans* Menschen[1]

Menschen,
die sich trans* bezeichnen,
fühlen sich anders als ihr körperliches Geschlecht.
Zum Beispiel:

  • Ich komme mit einer Vulva auf die Welt.
    Ich fühle mich als Mann.
    Dazu kann man auch trans* Mann sagen.
    Die Vulva ist ein sichtbares Geschlechts-Organ.
  • Ich komme mit einem Penis auf die Welt.
    Ich fühle mich als Frau.
    Dazu kann man auch trans* Frau sagen.
  • Ich komme mit einer Vulva auf die Welt.
    Ich fühle mich nicht als Frau und auch nicht als Mann.

Menschen,
die sich als trans* bezeichnen
leben ganz unterschiedlich in ihrem gefühlten Geschlecht.
Sie leben als Frau oder Mann.
Andere fühlen sich irgendwo zwischen Mann und Frau.
Oder ganz anders.

 

inter* Menschen[2]

Das Wort inter* bedeutet dazwischen.
Die Geschlechter zwischen Frauen und Mann.
Das heißt:
Es gibt Babys,
die intergeschlechtlich zur Welt kommen.
Es gibt zum Beispiel Babys,
die am Ort der Eierstöcke die Hoden haben.
Das suche ich mir nicht aus.
Ich werde so geboren.
Diese Menschen bezeichnen sich als inter* Menschen.
Also dazwischen.

 

[1]        Teile aus dem Text sind aus der Broschüre: Frau. Mann. Und noch viel mehr. Eine Broschüre in leichter Sprache vom Verein Leicht Lesen – Texte besser verstehen. In Zusammenarbeit mit der HOSI Salzburg. Und Expert*innen. Mit Zeichnungen von Barbara Hoffmann. Wien 2017.

[2]        Der Text ist aus der Broschüre: Frau. Mann. Und noch viel mehr. Eine Broschüre in leichter Sprache vom Verein Leicht Lesen – Texte besser verstehen. In Zusammenarbeit mit der HOSI Salzburg. Und Expert*innen. Mit Zeichnungen von Barbara Hoffmann. Wien 2017.

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