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Sich im eigenen Körper wohl fühlen
ist für viele Menschen nicht leicht.
Sich mit dem eigenen Körper wohl fühlen auch nicht.
Körper sind immer sichtbar.
Und werden immer wieder eingeteilt, in:

  • Behindert oder nicht behindert.
  • Weiblich oder männlich.
  • Gesund oder krank.

Wir denken über diese Einteilungen oft gar nicht mehr nach.
Sie sind irgendwie normal für uns geworden.
Aber:
Diese Einteilungen passen für manche Menschen nicht.

 

Was ist schön und was nicht?

Unser Körper ist immer bei uns.
Unser ganzes Leben lang beschäftigen wir uns mit unserem Körper.
Und wir beschäftigen uns damit,
was gerade als schön gesehen wird von der Gesellschaft.
Und vielleicht auch von mir selber.
Zum Beispiel:

  • Fit zu sein.
  • Gesund zu sein.
  • Dünn zu sein.

In der Werbung, im Fernsehen und in Zeitschriften
sehen wir immer Menschen,
die gerade als besonders schön angesehen werden.
Wir sagen auch Schönheits-Ideal dazu.
Wenn ich mich mit diesen Menschen vergleiche
kann es sein,
dass ich meinen Körper nicht immer gut finde.
Weil er ganz anders aussieht.
Also dem Schönheits-Ideal nicht entspricht.
Es kann sein,
dass ich meinen Körper zu hassen beginne.
Aber:

Schönheits-Ideale ändern sich sehr oft.
Und sind auch auf der ganzen Welt verschieden.
Wir finden:
Alle Körper sind schön!

 

Ich entscheide über meinen Körper

Alle Menschen haben das Recht über ihren Körper zu entscheiden.
Das heißt auch,

sie haben das Recht ihren Körper zu verändern.
Da geht es nicht nur um das Aussehen vom Körper,
sondern auch um:

  • Schwangerschafts-Abbruch:
    Schwangere Personen in Deutschland haben das Recht
    zu entscheiden,
    ob sie das Kind zur Welt bringen wollen oder nicht.
    Das muss die Person bis
    zur 12. Schwangerschafts-Woche entscheiden.
  • trans* Menschen,
    das sind Personen,
    die das körperliche Geschlecht an
    ihr Gefühl angleichen wollen.
    Dafür gibt es zum Beispiel Operationen und Medikamente.

 

Zwei Geschlechter?

Haben Sie schon einmal versucht
ihr eigenes Geschlecht ohne körperliche Merkmale zu beschreiben?
Also zum Beispiel ohne die Worte
Penis, Vulva, Brüste oder Brust zu verwenden?
Das ist ganz schön schwer!
Wir lernen ja auch,
dass wir das Geschlecht am Körper erkennen können.
Zum Beispiel lernen wir:

  • Eine Frau hat eine Vulva.
  • Ein Mann hat einen Penis.

Das wird sogar schon vor der Geburt gesagt,
was man zu sein hat.
Mädchen oder Junge.
Und für sehr viele Menschen ist das normal.

Aber:
Es gibt Menschen,
die sich ganz anders bezeichnen.
Die nicht männlich oder weiblich sind,
sondern mit beiden oder anderen Geschlechts-Merkmalen
geboren werden.
Diese Menschen nennen wir inter-geschlechtlich.
Wir sagen auch inter*.
Das ist keine Krankheit!
Und auch nicht abnormal!
Körper sind eben verschieden
und lassen sich nicht einteilen!

 

Körper sind verschieden

Im November 2017 hat das
Bundes-Verfassungs-Gericht in Deutschland
die Einführung von einem 3. Geschlechts-Eintrag gefordert.
Das heißt:
Auf jeder Geburts-Urkunde wird gefragt,
ob der Mensch weiblich oder männlich ist.
Das nennen wir Geschlechts-Eintrag.
Was aber füllen inter* Menschen hier aus?
Im Moment ist das nicht klar.
Weil es keinen Bereich zum Eintragen gibt.
Deshalb gibt es die Forderung nach einem 3. Geschlechts-Eintrag.

Es geht uns nichts an,
welche Geschlechts-Merkmale ein Mensch hat.
Aber:
Wir können zuhören,
wenn uns Menschen sagen,
wie sie angesprochen werden wollen.

Denn das ist das Wichtigste:
Wie sich jeder Mensch selbst sieht und benennt.

Wörterbuch

 

trans* Menschen[1]

Menschen,
die sich trans* bezeichnen,
fühlen sich anders als ihr körperliches Geschlecht.
Zum Beispiel:

  • Ich komme mit einer Vulva auf die Welt.
    Ich fühle mich als Mann.
    Dazu kann man auch trans* Mann sagen.
    Die Vulva ist ein sichtbares Geschlechts-Organ.
  • Ich komme mit einem Penis auf die Welt.
    Ich fühle mich als Frau.
    Dazu kann man auch trans* Frau sagen.
  • Ich komme mit einer Vulva auf die Welt.
    Ich fühle mich nicht als Frau und auch nicht als Mann.

Menschen,
die sich als trans* bezeichnen
leben ganz unterschiedlich in ihrem gefühlten Geschlecht.
Sie leben als Frau oder Mann.
Andere fühlen sich irgendwo zwischen Mann und Frau.
Oder ganz anders.

 

inter* Menschen[2]

Das Wort inter* bedeutet dazwischen.
Die Geschlechter zwischen Frau und Mann.
Das heißt:
Es gibt Babys,
die inter-geschlechtlich zur Welt kommen.
Es gibt zum Beispiel Babys,
die am Ort der Eierstöcke die Hoden haben.
Das suche ich mir nicht aus.
Ich werde so geboren.
Diese Menschen bezeichnen sich als inter* Menschen.
Also: dazwischen.

 

[1]       Teile vom Text sind aus der Broschüre: Frau. Mann. Und noch viel mehr. Eine Broschüre in leichter Sprache vom Verein Leicht Lesen – Texte besser verstehen. In Zusammenarbeit mit der HOSI Salzburg. Und Expert*innen. Mit Zeichnungen von Barbara Hoffmann. Wien 2017.

[2]       Der Text ist aus der Broschüre: Frau. Mann. Und noch viel mehr. Eine Broschüre in leichter Sprache vom Verein Leicht Lesen – Texte besser verstehen. In Zusammenarbeit mit der HOSI Salzburg. Und Expert*innen. Mit Zeichnungen von Barbara Hoffmann. Wien 2017.

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